Neid unter Geschwistern wegen der Geschenke

Geschwister beim Spielen
Neid unter Geschwistern ist normal - Foto © S.Kobold

Neid unter Geschwistern kann die Eltern ganz schön nerven. Dabei leben die Kinder nur Gefühle aus, die völlig normal sind. Wir Erwachsenen haben gelernt, damit umzugehen. Kinder sind dem Phänomen "Neid" erst einmal ganz direkt ausgeliefert, und es dauert viele Jahre, bis sie souverän damit umgehen können. In dieser Zeit müssen die Eltern aber nicht hilflos mit ansehen, wie der Streit um Nichtigkeiten eskaliert. Es gibt eine Reihe von Ansätzen, in diesen Fragen konstruktiv auf die Kinder einzuwirken.

Neid unter Geschwistern - Was tun?

Gemeinhin wird Neid als negative Eigenschaft definiert. Aber das ist er nur, wenn er zu missgünstigem Verhalten führt. Die Ausgangslage besteht in der Wahrnehmung eines Missverhältnisses, das auch als Ansporn dienen kann. Bei Geschwistern, deren Altersunterschied nicht zu groß ist, profitiert das jüngere Kind vom Erfahrungsvorsprung des älteren. Der Wunsch, bestimmte Handlungen ebenfalls ausführen zu können, ist eine starke Motivation für das schnelle Erlernen. Auch der Ursprung der Neidgefühle ist unterschiedlich. Sie können eine spontane Reaktion auf eine so empfundene Ungerechtigkeit sein, aber auch als Spitze eines ganzen Eisbergs von Unmutsgefühlen sichtbar werden.

Neid und Gerechtigkeit

Eltern wundern sich, dass trotz absoluter Gleichbehandlung ihrer Kinder Neidgefühle entstehen. Wenn jeder das Gleiche bekommt - ist das nicht gerecht? Nicht für den, der bei dieser Einstellung nach den Maßstäben eines jüngeren Kindesalters erzogen wird, wie z.B. eine ältere Schwester, die zur gleichen Zeit ins Bett muss wie das kleine Geschwisterkind. Zudem haben Kinder auch unabhängig vom Altersunterschied unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen. Eltern sind gut beraten, jedem Kind zukommen zu lassen, was es braucht. Das schützt natürlich noch nicht vor Streit bei Sachen, die beide Geschwister gut finden.

Neid und Geschenke

Das klassische Beispiel sind Geburtstagsgeschenke. Der beste Weg, die aufkommenden Begehrlichkeiten beim Geschwisterkind in handhabbare Bahnen zu lenken, ist die Beteiligung an der Vorbereitung des Geburtstages. Damit wird schon einmal grundlegend geklärt, dass dieser Tag etwas ganz Besonderes ist. Die Einbeziehungen in die Überlegungen zur Gestaltung des Geburtstages zeigen dem Geschwisterkind, dass das Wichtigste die Gedanken sind, die man sich um einen nahen Angehörigen macht. Geschenke sind nur der materielle Ausdruck, und dazu auch nur ein Teil des Geburtstages. Bei den gemeinsamen Überlegungen wird dem Geschwisterkind bewusst, worüber sich der Bruder oder die Schwester freut, welche besonderen Interessen es hat und wie man dafür eine passende Lösung finden kann. Da das Kind "mitschenkt", gibt es oft keinen Neid. Vor allem kann es auf die gleiche Anteilnahme beim eigenen Geburtstag hoffen. Schwieriger ist die Sache bei Zwillingen. Da haben meist beide die gleichen Interessen und sind ja logischerweise auch gleich alt. Bis zu einem gwissen Alter kann man die Geschenke einfach doppelt kaufen. Aber spätestens, wenn die Zwillinge in die Pubertät kommen wollen sie als eigene Persönlichkeit wahrgenommen werden.
Stand: 18.05.2017