Weihnachten - mehr als nur Weihnachtsgeschenke!

Weihnachtsdeko, Plätzchen und Tannenzweige
Wie feiert man Weihnachten? / Foto © karepa

Tipps für ein schönes Weihnachtsfest

Weihnachten ist ein christliches Fest, denn der 24. Dezember steht für die Geburt von Jesus Christus, Gottes Sohn, der die Menschen von ihren Sünden erlöst. Auch der Brauch, zu Weihnachten Geschenke zu machen, ist in der Bibel manifestiert. Denn die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland brachten dem Jesuskind wertvolle Gaben mit in den Stall von Bethlehem: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Weitere Impulse erhielt das weihnachtliche Schenken durch den Bischof von Myra, Nikolaus, der Kinder mit Gaben bedachte, und den Heiligen Martin.

Weihnachten feiern

Wie bei vielen anderen jahreszeitlichen Bräuchen auch, folgen die christlichen Riten aber nur Traditionen, die schon lange vorher im Gebrauch waren. Opfergaben galten schon seit Urzeiten als bewährtes Mittel, um die Götter gnädig zu stimmen. Im Mittelalter entstand die Sitte, Dienstverhältnisse zum Jahresende zu entlohnen, und Knechten, Mägden oder Gefolgsleuten bei dieser Gelegenheit noch eine kleine Zugabe zu machen - sozusagen eine frühe Form von 13. Monatsgehalt. Das "Jahresende" war damals noch ein weit gefasster Begriff. Es reichte vom St.-Martins-Tag am 11. November bis zu Epiphanias, dem Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar. Entsprechend richtete sich auch die Geschenkkultur ein. Weihnachten war für die Menschen aus Sicht der Geschenkübergabe der 6. Dezember, der Nikolaustag.

Verschiedene Bilder zum Thema Christfest
Was gehört zum Christfest? / Foto © dayves

Weihnachten am 24. Dezember

Unser heutiger Weihnachtstermin ist ein Resultat der Reformation. Martin Luther brach 1517 mit der Tradition der Heiligen und führte den christlichen Glauben auf den Ursprung zurück - und damit Weihnachten auf den "authentischen" Termin am 24. Dezember. Das Christkind wurde zum Zentrum des Weihnachtsfestes. Gottseidank schaffte der große Reformator aber nicht die Geschenke ab. Im Gegenteil: die protestantische Pastorenfamilie wurde zum Vorbild der heimeligen Atmosphäre am Weihnachtsabend und der gesamten bürgerlichen Familienkultur. In der Zeit der Aufklärung begann man damit, Kindern möglichst pädagogisch wertvolle Geschenke zu machen. Auch der Weihnachtsbaum setzte sich in dieser Zeit als Zimmerzierde durch. Dafür gab es jedoch ebenfalls historische Vorbilder, denn immergrüne Gewächse im Haus sollten seit jeher an die Kraft der Natur erinnern. Das Baumschmücken existierte schon lange in Form der Mai- oder Pfingstbäume.

Das moderne Weihnachten

Weihnachten, wie wir es heute kennen, wurde im 19. Jahrhundert in den USA geprägt. Mit der industriellen Fertigung erhöhten sich die Vielfalt und die Verfügbarkeit von Geschenken. Aber auch für den romantischen Schleier wurde gesorgt. Der anglisierte Nikolaus, Santa Claus, vollzog den Karrieresprung zum Weihnachtsmann und universalen Geschenkeverteiler, sein Sitz wurde an den Nordpol verlegt, und mittels seiner fliegenden Rentiere vor dem gabenbeladenen Schlitten gelangt er seitdem mühelos an jeden Ort der Welt. Das Corporate Design des Festes entstand aus dem Rot seines Mantels und dem Grün der Tannenbäume. Nachdem Thomas Alva Edison die Glühbirne erfunden hatte, kann noch das Phänomen der weihnachtlichen Illumination dazu.

Weihnachtsbräuche heute

Die Vorweihnachtszeit beginnt heute spätestens nach dem Ende der Sommerzeit - zumindest, wenn man die Dekoration der Einkaufszentren und Supermärkte als Maßstab nimmt. Aber der frühe Beginn hat auch sein Gutes: Jeder wird ständig daran erinnert, noch die passenden Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Die Vorfreude auf das Fest gehört einfach mit dazu. Auch zu Hause werden Engelsdekorationen, Weihnachtspyramiden und Adventskränze aufgestellt. Stollen und Plätzchen werden gebacken sowie Vorsorge für das Weihnachtsessen getroffen. Während es am Weihnachtsabend beispielsweise mit Kartoffelsalat und Würstchen eher spartanisch zugeht, um noch Platz für die viele Schokolade zu lassen, wird an den Weihnachtsfeiertagen nach Herzenslust geschlemmt. Der Höhepunkt aber ist die Bescherung, wenn der Weihnachtsbaum im Lichterglanz erstrahlt und Berge von Geschenken zu seinen Füßen liegen.
Wir wünschen Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit 2017 und ein Frohes Weihnachtsfest!

Stand: 18.05.2017