Weihnachtsbaum

Frau schmückt den Weihnachtsbaum
Wie kann man den Weihnachtsbaum schmücken?
Foto © milanmarkovic78

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum... Kaum ein anderer Nadelbaum hat so viel Symbolcharakter wie er. Ein Weihnachtsfest ohne den geschmückten, leuchtenden Baum können sich die meisten Menschen gar nicht mehr vorstellen. Kinderaugen leuchten bei seinem Anblick und die Münder bleiben offen stehen. Ein Weihnachtsbaum bringt Freude und Wärme ins Haus und ist mehr als ein idealer Ort, um die Weihnachtsgeschenke darunter zu stapeln.

Kleine Geschichte des Weihnachtsbaums

Der genaue Ursprung der Tradition der Weihnachtsbäume ist nicht mehr genau nachzuvollziehen. Schon immer brachten sich die Menschen immergrüne Pflanzen während der kalten Jahreszeit in ihr Heim. Sie symbolisieren die Hoffnung und das Leben.

Schriftlich nachweislich gab es den Weihnachtsbaum bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts in den feinen Gesellschaften, für bürgerliche Häuser wurden Ende des 16. Jahrhunderts die Nadelbäume erstmals im Elsass zur Tradition. Sehr schnell erfreuten sich die geschmückten Bäume im Wohnzimmer immer größerer Beliebtheit. Ihre Bedeutung wurde von zahlreichen Seiten unterschiedlich interpretiert. Während die Einen ihn zur Vertreibung von Geistern und gefährlichen Naturphänomenen aufstellten, sollte er für Andere wiederum mit seinen Lichtern den Verstorbenen als Wegweiser zurück in die Familie dienen. Die Kirche unterdessen deutet die Lichter am Baum als Symbol für die Ankunft Christi, dessen Geburt am Heiligen Abend gefeiert wird. Daher wird der Baum auch als Christbaum bezeichnet. Der Stern auf der Spitze steht für den Stern Bethlehems, die Äpfel, mit denen früher die Weihnachtsbäume geschmückt wurden, stehen symbolisch für den verbotenen Apfel von Adam und Eva.

Den Weihnachtsbaum schmücken

Der Schmuck der Weihnachtsbäume scheidet die Geister und ist schon fast eine Glaubensfrage. Schlicht und traditionell mit Strohsternen und echten Kerzen, oder doch lieber knallbunt mit blinkenden Lichterketten? Jede Familie hat ihre eigene Tradition, welche gern über Generationen weitergeben wird. Nichtsdestotrotz gibt es jedes Jahr neue Trends und Farben, welche die "Baum-Mode" bestimmen. Oft gehören dazu Kugeln in zwei Farbtönen, die je nach Vorliebe glitzern, kitschig oder auch schlicht ausfallen. Viele Familien bringen den selbstgebastelten Baumschmuck der Kinder am Baum an oder dekorieren zusätzlich mit Lebkuchenherzen, Zuckerstangen und Schokoringen. Lametta, Ketten oder Girlanden und eine Baumspitze gehören in vielen Haushalten zur Baumausstattung dazu. Aber auch Schleifen, Engel, Nussknacker oder kleine Lokomotiven zielen vor allem auf den Geschmack der Kinder ab. Ob der Baumschmuck nun aus Naturmaterialien wie Stroh oder Holz, aus Stoff, Papier oder gar mundgeblasenem Glas besteht, hängt ganz von den eigenen Vorlieben ab. Die Glaskugeln der Weihnachtsbäume sind im Übrigen der Form der Äpfel am Baum Adam und Evas nachempfunden. Und am Rande: andere Länder, andere Sitten. In Schweden gehören Schmuck aus Holz, Stroh und Stoff in Form von Sternen, Schneeflocken, Elchen und Herzen an den Baum, die Ketten werden mit Fähnchen der Nationalflagge ersetzt. In der Ukraine zum Beispiel findet man am Weihnachtsbaum Spinnen und Spinnennetze wieder, die Glück bringen sollen und in Japan wiederum wird der Baum mit Fächern und Laternen geschmückt. Das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaums verkürzt auch das Warten auf den Weihnachtsmann!

Echter oder künstlicher Weihnachtsbaum?

Das ist wohl eine Gewissensfrage... Als man begann, Weihnachtsbäume aufzustellen, waren diese für die Bürger kaum erschwinglich oder schlicht weg noch nicht vorhanden. Erst als Nadelwälder dafür angelegt wurden, kam der eigentliche Baum ins Haus. Vorher dienten Zweige als Baumersatz. Heute ist es kein Problem, sich einen echten Nadelbaum ins Wohnzimmer zu stellen und seinen herrlichen Duft zu genießen. Dennoch sind Weihnachtsbäume aus Plastik weit verbreitet. Sie lassen sich jedes Jahr von neuem aufstellen und ihre Energiebilanz ist dadurch deutlich besser, als die des herkömmlichen Baumes. Auch ist es oft schlichtweg ein Kostenfaktor. Einen künstlichen Tannenbaum bekommt man je nach Größe oft schon ab 20 Euro und man kann ihn bei guter Pflege viele Jahre wiederverwenden. Für einen echten Baum bezahlt man je nach Größe ab 10 Euro, aber dafür Jahr für Jahr.

Ein Weihnachtsbaum ist eine wundervolle Tradition, die Behaglichkeit und Wärme zu Weihnachten verbreitet. Schade, dass die Bäume kurz vor Weinachten erst aufgestellt, oft nach den Heiligen Drei Königen am 6. Januar bereits wieder abgeschmückt werden. Aber gerade echte Bäume halten es kaum länger aus. Oft fangen sie schon am Heiligabend an zu nadeln. Tipp: Den Baum einige Tage vorher kaufen und auf dem Balkon / der Terrasse zusammengebunden stehen lassen. Am Vortag dann in die Wohnung holen und am besten in einen kühlen Raum (z.B. Keller) stellen. So kann er sich langsam an die Wärme gewöhnen. Stellt man den Baum dann auf eine Decke mit weihnachtlichem Motiv ist das einerseits eine schöne Dekoidee und andererseits fallen die Nadeln des Baumes auf die Decke und nicht auf den Teppich. So lassen sie sich später einfach ausschütteln.

Text: C. D. / Stand: 18.05.2017