Weihnachten in England

Weihnachtskarten hängen über einem Kamin
Weihnachtskarten und Strümpfe am Kamin gehören in England zum Weihnachtsfest - Foto: © Rick Carlson

Das gemütliche Knistern des Kaminfeuers, selbstgestrickte Strümpfe am Kamin, Plumpudding und Truthahn auf dem reichlich gedeckten Tisch: Weihnachten wird in England ein wenig anders als in den etwas südlicher gelegenen Gebieten Europas gefeiert. Jedoch geht es bei den Briten zur ansonsten doch besinnlichen Weihnachtszeit auch ganz schön ausgelassen zu.

Wie feiert man Weihnachten in England?

Zur Weihnachtszeit dekorieren die Engländer ihre Räumlichkeiten und Tische mit Lorbeer, Stechpalmen, Papiergirlanden und vor allem Misteln, die sie dem Glauben nach vor bösen Geistern schützen sollen. Weihnachtskarten werden auf den Kaminsims gestellt oder auf Leinen gehängt, die sie quer durch ihre Wohnung spannen. Sich selbst schmücken die ansonsten doch eher als zurückhaltend bekannten Briten mit Papphütchen, und bleibt ein Mädchen oder eine Frau zufällig einmal unter einem Mistelzweig stehen, darf sie ungefragt geküsst werden.

Weihnachtsbräuche in Großbritannien

Am Abend des 24. Dezember, dem "Christmas Eve", steht in britischen Familien stundenlanges Essen auf dem Programm. Vor allem Truthahn, Eierpunsch und der traditionelle flambierte Plumpudding dürfen dabei nicht fehlen. Ist auch das letzte Familienmitglied restlos satt, wird in vielen Häusern ausgelassen getanzt. Kinder und Jugendliche kommen maskiert und machen mit kleinen Feuerwerkskörpern ordentlich Krach. Kurz vorm Schlafgehen hängen die Kleinen ihre Strümpfe am Kamin auf und stellen Milch und Kekse für ihren späten Gast - Father Christmas, der durch den Kamin einfliegt - bereit. Strenge Eltern bestehen darauf, dass jedes Kind, ob Mädchen oder Junge, seinen Weihnachtsstrumpf selbst strickt. Wer das nicht tut, ist ein armer Tropf und findet nur eine Rute statt eines Geschenkes im fremdgestrickten Socken vor. Religiöse Familien besuchen nach der umfangreichen Feier noch den Weihnachtsgottesdienst, der meist um die Mitternachtsstunde gehalten wird.

Der Brauch, sich zu Weihnachten bei einem feudalen Festessen die Bäuche voll zu schlagen, rührt angeblich aus der Zeit des sagenumwobenen König Artus her. Er lud jedes Jahr zu Weihnachten zu einem großes Fest bei Hofe. Neben einem riesigen Festmahl unterhielten Spielleute und andere Künstler die Festgäste mit ihren Vorführungen. Statt König Artus spricht heute Königin Elisabeth II. zu ihren Untertanen. Diese weihnachtliche Fernsehansprache ist für die meisten Briten ein Fixpunkt an ihrem Weihnachtshimmel. Für die Kinder ist natürlich die Bescherung viel wichtiger.

Father Christmas kommt durch den Kamin

Father Christmas fliegt in der Nacht zum "Christmas Day", dem 25. Dezember, mit seinem Schlitten vom Himmel und landet auf dem Dach des Hauses. Er rutscht durch den (hoffentlich mittlerweile abgekühlten) Schornstein ins Wohnzimmer der braven Menschen. Den Kindern wird erzählt, dass, würden sie durchs Schlüsselloch spähen, um Father Christmas bei seiner Ankunft durch den Kamin zu beobachten, sie mit äußerst unangenehmen Auswirkungen zu rechnen haben: Ihre Augen begännen heftig zu tränen. Sobald sie damit aufhören und die Kinder wieder sehen können, sind dann alle Geschenke samt Strümpfen verschwunden. Am Weihnachtsmorgen eilen die Kinder ungeduldig und voller Freude an den Kamin und finden ihre Geschenke vor. Präsente, die Father Christmas aus Platzmangel nicht in die Strümpfe stecken konnte, liegen unter dem bunt geschmückten Weihnachtsbaum. Noch in ihren Nachtgewändern dürfen die Kinder ihre Päckchen öffnen. (Weihnachtsgeschenke für Kinder)
Text: M. R. / Stand: 18.05.2017