Weihnachten in Italien

Ein italienischer Panettone
Weihnachten in Italien - Dazu gehört der Panettone
Foto: © David Smith

Santa Claus, Väterchen Frost oder gar das Christkind? In Italien bringt keiner dieser traditionellen Gestalten den Kindern die Geschenke. Im Land der Oliven, Pasta und Pizza kommt eine alte Hexe mit den ersehnten Päckchen durch den Schornstein gerutscht. Zudem dreht sich bei den Italienern so ziemlich vieles um die Ausstattung ihrer Krippen - und Weihnachten ist - wie könnte es in Italien anders sein - ein Fest der Familie.

Wie feiert man Weihnachten in Italien?

Die weihnachtlichen Bräuche sind in Italien je nach Region unterschiedlich. Es gibt in Italien wie in einigen anderen europäischen Ländern den Adventskranz, dessen vier Kerzen nach und nach Sonntag für Sonntag bis Heilig Abend angezündet werden.

Am 6. Dezember hängt San Nicola kleine Geschenke an die Schlafzimmertüren, tritt aber angeblich selbst nicht in Erscheinung. Bereits am 13.12. werden die braven Kinder wieder beschenkt - diesmal von Santa Lucia, deren Gestalt der frühchristlichen Märtyrerin Lucia von Syrakus entlehnt wurde. Zehn Tage später, am 23.12., machen sich viele italienische Kinder in Schafhirten-Kleidung und mit Flöten auf den Weg, um von Haus zu Haus zu wandern und - gegen Geld oder Süßigkeiten - Weihnachtslieder vorzutragen. Am 23.12. beginnt ebenso das Fasten, das es bis Heilig Abend durchzuhalten gilt.

An Heilig Abend werden auf der Engelsburg in Rom Kanonenschüsse abgefeuert,um den Beginn der Feiertage anzuzeigen. Die Familien veranstalten eine Art Familienlotterie, bei der sie in der "Urne des Schicksals" ihre Geschenklose für kleine Geschenke ziehen. Ein umfangreiches, stundenlanges Weihnachtsessen folgt, das seinen Abschluss in Form der Mitternachtsmesse findet. (Allerdings isst man an diesem Tag kein Fleisch.) Die Figur des Jesukindleins wird erst in der Nacht vom 24. auf den 25.12. in seine Krippe, dem Mittelpunkt der italienischen Weihnachten, gelegt. Am Morgen des 25.12. erhalten die Familienmitglieder ihre kleinen Geschenke - die Geburt Christi wird gefeiert. Obwohl nach wie vor die Krippe mit dem Jesukind die Hauptrolle beim italienischen Weihnachtsfest spielt und bereits einige Wochen vor Weihnachten in den Wohnzimmern liebevoll aufgebaut wird, haben auch die hübsch mit Lichtern, Weihnachtskugeln, Lametta und Engeln geschmückten Weihnachtsbäume ihren festen Platz in den italienischen Häusern.

Weihnachtsbräuche in Italien - Hexe Befana bringt die Geschenke

Erst am 6. Januar kommen die italienischen Kinder so richtig auf ihre Kosten. Die alte Hexe Befana fliegt auf ihrem Besen von Haus zu Haus, rutscht durch den Kamin und stopft die heiß ersehnten Geschenke in die vorbereiteten Strümpfe oder Schuhe. Unartige Kinder bekommen von ihr lediglich ein Stück Kohle geschenkt, das aber meist dann doch aus Schokolade besteht.

Die Legende besagt, die Hexe hätte sich damals zu Christi Geburt auf der Suche nach dem Jesukind zu spät auf ihre Socken gemacht und irrt daher heute noch umher, um es zu suchen. Dabei bringe sie den Kindern in den Häusern Geschenke mit.

So feiert man Weihnachten in Italien: ein Kulinarisches Fest

Weihnachten ist in Italien natürlich auch ein kulinarisches Fest. Es biegen sich die Festtische mit leckeren Köstlichkeiten von Hühnchen mit Reis, Truthahn, Fisch bis hin zum Weihnachtskuchen "Panettone", aber auch der veronesischen Spezialität Pandoro oder Amaretti, Struffoli (Honigbällchen), Pignoletti und Pana Cotta mit Früchten. Was wäre schon ein gemütliches, italienisches Fest ohne Italiens hervorragende Köstlichkeiten?

Text: M. R. / Stand: 18.05.2017