Jugendweihe feiern

Jugendliche und Luftballons
Ideen für die Jugendweihe / Foto © luismolinero

Tipps für die Jugendweihe

Sie findet nur einmal im Leben statt und ist "das" Ereignis, welchem nicht konfessionsgebundene Jugendliche entgegenfiebern: die Jugendweihe.

Während religiöse Teenager die Konfirmation in der evangelischen oder die Firmung in der katholischen Kirche feiern, ist die Jugendweihe für Jugendliche ohne christlichen Glauben sozusagen das weltliche Pendant dazu. Die Jugendweihe, die auch als Jugendfeier bezeichnet wird, symbolisiert den Eintritt der Jugendlichen in den Kreis der Erwachsenen. Dieses wichtige Ritual hilft jungen Menschen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und eine andere Art der Akzeptanz zu erfahren. Der freiwillige Festakt der Jugendweihe wird im Alter von 14 Jahren begangen. Von nun an genießen Teenager den Anspruch, nicht mehr mit "du" angesprochen zu werden, sondern mit einem respektvollen "Sie". Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Teenager genießen mehr Freiheiten, Eltern müssen wieder ein Stück loslassen.

Kurze Geschichte der Jugendweihe

Die Jugendweihe ist kein modernes Event. Sie blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Feierlichkeiten begangen. Sie gehen auf den Demokraten Eduard Baltzer (1814 - 1887) zurück. Er brach mit der Amtskirche und führte erstmals die außerkirchliche Feier ein, dem ein strenger moralischer Unterricht voraus ging. Viele Freikirchliche Gemeinden übernahmen dieses Modell. Damals wurde die Jugendweihe zur Schulentlassung, also mit 14 Jahren, gefeiert. Ziel war es, eine Feier unabhängig der Kirche zu begehen und die Gedanken des Humanismus und des Freidenkens zu vermitteln. Die Aufklärung hatte die Zeit revolutioniert und diese Unabhängigkeit von der Kirche prägte auch den Gedanken der Jugendweihe. Mit der Feier verbunden sind daher auch Kurse zur Weltanschauung und moralischen Bildung der jungen Erwachsenen. Ihren damaligen Höhepunkt erlebte die Jugendweihe in der Weimarer Republik. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet die Jugendweihe und ihr humanistischer Gedanke ins Hintertreffen und wurde zwar nicht verboten, doch durch andere Rituale - wie die Aufnahme in die Hitlerjugend - ersetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg fand auch die Jugendweihe in den Besatzungszonen wieder ihren Platz. Obwohl die Heranwachsenden in der BRD auch die Jugendweihe zelebrierten, war es die DDR, die die Jugendweihe zu politischen Zwecken zu neuem und einem nicht unumstrittenen Zenit führte. Nach der Wende hielten viele Eltern daher Abstand zu den neu gegründeten Vereinen, die die Jugendweihe am Leben erhalten wollten. Zu stark belastet war die Feierlichkeit durch die SED Führung. Doch die Jugendweihe setzte sich durch. Heute wird sie durch Verbände organisiert und zelebriert - unabhängig vom Staat.

Ablauf einer Jugendweihefeier

Die Jugendweihen finden meist in der Zeit von Frühling bis in den Frühsommer statt, also ca. von März bis in den Juni hinein. Wie bereits in der Vergangenheit, bleibt es bei einer Jugendweihe nicht nur bei der zeremoniellen Feierlichkeit. Verbunden mit der Jugendweihe ist häufig, jedoch nicht immer, ein Unterricht. Themen wie Demokratie, Geschichte, Glaubensfreiheit und Akzeptanz oder allgemein das Erwachsenenwerden beschäftigen die Jugendlichen. Die Vereine leisten nicht nur beratende Dienste, sondern organisieren auch Ausflüge oder Camps. Höhepunkt ist der Festakt der Jugendweihe. Das frühere Gelöbnis wurde durch eine feierliche Festrede ersetzt, die auf die Bedeutung der freien und demokratischen Jugend hinweist und ihre Verantwortung für die Gesellschaft betont. Überreicht werden symbolisch ein Buch und Blumen. Nach dem Festakt treffen sich die Jugendlichen mit ihren Familien und feiern im engeren Kreise. Klassisch erhält der Jugendliche von der Familie und Freunden Geschenke. Natürlich kann man die Jugendweihe auch ganz in Familie feiern - ohne Festakt und Unterricht. Wichtig ist doch nur, dass der Jugendliche gefeiert wird.
Text: C. D. - Stand: 18.05.2017