Frauentag

Herz mit der Aufschrift Am 8. März ist Frauentag
Am 8. März ist Frauentag! / Foto © Coloures-pic

Am 8. März jeden Jahres werden die Frauen beim Internationalen Frauentag nicht nur geehrt, sondern demonstrieren weltweit auch für ihre Rechte. Der Frauentag hat eine lange Geschichte, die vielen nicht mehr bekannt ist. Warum dieser Tag jedoch auch heute noch wichtig ist und warum er gefeiert wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Internationaler Frauentag am 8. März

Geschichte des Frauentag

Viele wissen, dass am 8. März Frauentag ist. Aber warum eigentlich? Und was wird genau gefeiert? Das verrät die Geschichte des Frauentag:

Die Ursprünge des Internationalen Frauentages

Der Frauentag hat bereits eine lange Tradition, die bis auf die Streiks und Demonstrationen von Textilarbeiterinnen in den USA seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Im Zuge der Industrialisierung arbeiteten auch immer mehr Frauen in Fabriken, verdienten jedoch wesentlich weniger für die gleiche Arbeit als Männer - ein Problem, das auch heute noch diskutiert wird. Die Streiks richteten sich in erster Linie gegen ungerechte sowie ungleiche Entlohnung, zu lange Arbeitszeiten und unzumutbare Wohnbedingungen. Die Einführung eines Frauentages wurde im August 1910 auf der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen beschlossen. Initiatorin war die deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin, die bereits seit 1889 eine freie Berufswahl für Frauen, besondere Arbeitsschutzgesetze und das Frauenwahlrecht forderte. Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und den USA statt. Mehr als eine Million Frauen sollen damals auf die Straße gegangen sein, um für ihre Rechte zu demonstrieren.

Warum am 8. März Frauentag ist

In den folgenden Jahren schlossen sich auch französische, schwedische, niederländische und russische Frauen der Idee der Frauenrechte an und begingen den Internationalen Frauentag in ihren Ländern. Als entscheidendes Jahr für diesen Tag gilt das Jahr 1917. In Sankt Petersburg streikten am 8. März zahlreiche Arbeiter-, Bauern- sowie Soldatenfrauen und lösten damit die sogenannte Februarrevolution aus. Februarrevolution heißt sie deshalb, weil zur damaligen Zeit in Russland der julianische Kalender verwendet wurde und der Tag demnach auf den 23. Februar fiel. Zu Ehren der streikenden Frauen beschlossen delegierte Frauen aus mehreren Nationen auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen im Jahr 1921 in Moskau, den Internationalen Frauentag fortan am 8. März zu feiern. In Deutschland war der Frauentag während des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 offiziell verboten, wurde aber intern in vielen Kreisen trotzdem begangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Tag in der ehemaligen DDR wieder an Bedeutung; in der damaligen BRD geriet er indessen zunächst in den Hintergrund. Erst ab den 1960er Jahre rückte er durch die Frauenbewegung wieder mehr ins Bewusstsein der Bundesbürgerinnen und -bürger.

Der Frauentag heute

Seit der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten im Jahr 1990 wird der 8. März wieder zunehmend zur Erinnerung an die Frauenrechte genutzt, wenngleich er selbst bei einigen Frauenrechtlerinnen umstritten ist. Diese sind wie Alice Schwarzer der Meinung, dass jeder Tag des Jahres ein Tag für alle Menschen im Sinne der Gleichberechtigung sein sollte und damit ein separater Tag für Frauen überflüssig wäre. Dennoch werden vielerorts Veranstaltungen am Frauentag geplant, wie zum Beispiel Senatsempfänge, Vorträge, Feste sowie kulturelle Angebote. Vor allem die Gewerkschaften weisen auf die Bedeutung mit ihren Forderungen hin. Zu diesen gehören heutzutage beispielsweise die Gleichbehandlung der Arbeitsverhältnisse und gleiche Entlohnung, das Recht auf einen Kindergartenplatz bereits ab dem ersten Lebensjahr sowie das Recht auf befristete Teilzeit und die Rückkehr daraus. In einigen Ländern gilt der Internationale Frauentag übrigens sogar als Feiertag. Unter anderem ist das in Vietnam, in Angola, in Georgien und in Russland der Fall.
Text: H. J. / Stand: 18.05.2017

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