Schenkung: Gericht entscheidet über Scheidungs-Streit

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Manche Geschenke übersteigen den Wert eines ganz gewöhnlichen Geburtstagspräsentes deutlich. Insbesondere Eltern ermöglichen ihren erwachsenen Kindern im Laufe des Lebens einige wichtige Entwicklungen, indem sie ihnen große Geldsummen oder Immobilien schenken. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, kann jedoch im Falle einer Scheidung zu Problemen führen. Der Bundesgerichtshof hat nun darüber entschieden, ob ein solches Geschenk zurückgefordert werden darf.

Schenkung kann rückgängig gemacht werden

Im Grunde gilt bei Geschenken der Grundsatz, dass diese nicht widerrufen werden können. Im vor wenigen Wochen verhandelten Fall jedoch sieht das anders aus. Eltern einer jungen Frau hatten ihrer Tochter sowie deren Partner einen sechsstelligen Betrag geschenkt, damit sich beide den Traum von einer Immobilie erfüllen konnten. Nachdem sich das Paar dann zwei Jahre nach der Schenkung trennte, verlangte die Frau den hälftigen Anteil der Schenkung von ihrem Ex-Mann. Der Bundesgerichtshof entschied nun: Das ist rechtens.

Grundlage der Schenkung entfiel

Der Grund für dieses Urteil ist, dass die schenkenden Eltern nicht mit der Trennung ihrer Tochter gerechnet hatten. Folglich sei ihre Schenkung in der Erwartung erfolgt, dass das Geld auch in der fernen Zukunft noch die gemeinsame Immobilie des Kindes und Schwiegerkindes finanziert. Wie die Richter zu bedenken gaben, hätte die Schenkung nicht stattgefunden, wenn die Eltern von der bevorstehenden Trennung gewusst hätten.

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